Performative Wohnung Teil 1:
Entspannt und clever wohnen auf kleinem Raum

Immoblog

Da urbaner Wohnraum besonders begehrt ist und immer mehr Einzelpersonen oder Paare auf Wohnungssuche sind, wird Wohnraum rar und kleiner. In vielen grossen Städten, wie zum Beispiel in Tokyo oder Hongkong sind kleine Wohnungen mit smarten Ideen schon lange ein grosses Thema. Hier ist der sogenannte performative Wohnraum neu und bietet eine spannende Möglichkeit ohne riesige Wohnfläche für alle Wohnbedürfnisse Platz zu schaffen. Entdecken Sie die 10 besten Ideen, mit denen Sie eine performative Wohnung clever, minimalistisch und doch wohnlich einrichten können.

1 – Lernen Sie Einrichten auf die leichte Art

Das Sofa Outline, alle Möbel und Wohnaccessoires und das Foto sind von Muuto.

Sie können sich auch in einer kleinen Wohnung alle Wohnwünsche und Bedürfnisse erfüllen. Achten Sie aber darauf, dass Sie nicht schwere, klobige oder gar unverrückbare Möbel wählen. Es gibt wunderschöne, schlichte Designermöbel, die leicht und luftig wirken und trotzdem viel Komfort bieten. Wählen Sie zum Beispiel Sofas, Sessel, Sideboards und andere Staumöbel, die auf leichten Füssen stehen. Dadurch bleibt der Boden sichtbar. Die Wohnfläche wirkt optisch grösser und der Raum bleibt luftiger. Setzen Sie auf kleine Beistellmöbel und auf Couchtische, die nicht viel Bodenfläche brauchen, wie diese runden Tische in verschiedenen Höhen. Zudem sind auch Satztische eine gute Idee.

 

2 – Entscheiden Sie sich für die kleine Version

Möbel, Wohnaccessoires und Foto von House Doctor.

Damit sind wir direkt bei der Grösse der Möbel angelangt. Die meisten Möbelstücke und Wohnideen funktionieren auch in der kleinen Version. Statt grossen Programmen, komplizierten und erst noch meist unattraktiven Garderoben- oder Badezimmermöbel, lohnt es sich kleine, feine Stücke zu suchen. Hier dient etwa ein filigranes, schlichtes, schwarzes Regal als Empfangsmöbel, das alles bietet, was man beim Eintritt in die Wohnung braucht: Ablage, warmes Licht, Platz für eine Blumenvase und praktischen Stauraum.

 

3 – Schalten Sie auf Tiefgang

Foto von Jotun.

Gerade kleine Wohnungen führen schnell zu improvisierten Studiowohnstilen und wirken damit unfertig eingerichtet oder gar wie eine unordentliche Studentenbude. Ein hilfreicher Trick, damit kleine Räume gut aussehen, ist der Einsatz von tiefen Lowboards. Wenn Sie mit tiefen Lowboards eine neue Ebene schaffen, können Sie getrost Dinge darauf stapeln, Bilder an die Wand gelehnt stellen und dazwischen Leuchten, Pflanzen und Vasen platzieren. Es sieht immer gekonnt und stilvoll aus.

 

4 – Schieben Sie ruhig was unter

Wohnaccessoires, Möbel und Foto von HK Living.

Platzieren Sie schmale Tische und mobile Konsolen. Diese sind praktisch, brauchen wenig Platz und man kann nicht nur Dinge darauf platzieren, sondern auch unterschieben wie beispielsweise Poufs oder Hocker für zusätzlichen Sitzplatz. Aber auch kleine Regale oder grosse Körbe, in denen man Dinge verstauen kann, passen gut unter schmale Tische.

 

5 – Wie wär’s mit einem Fensterplatz?

Möbel, Wohnaccessoires und Foto von House Doctor.

Auf eine ähnliche Art lassen sich Fensterplätze nutzen. Denken Sie dabei an die kleinen Coffeeshops in den Grossstädten. Dort gibt es oft solche Fensterplätze mit hohen Hockern, damit man seinen Morgenkaffee mit Aussicht auf die Strasse und die Passanten geniessen kann. Diese Plätze nehmen wenig Raum ein und bieten auch in einer Wohnung grossen Wohnkomfort mit wenig Aufwand.

 

6 – Wählen Sie Dinge, die sich sehen lassen können

Wohnaccessoires und Foto von House Doctor.

In vielen performativen Wohnungen gibt es bereits eingebauten Stauraum. Zusätzlich können Sie auch mit Regalen arbeiten, die man zum Beispiel nicht nur für Bücher nutzen kann. Wenn Sie die Dinge für Ihren Haushalt mit Liebe und viel Sinn für Stil aussuchen, dann können sich diese auch sehen lassen. Keramikschalen, Trinkgläser, Teller und vieles mehr können so auch auf offenen Regalen Platz nehmen, gut greifbar bleiben und erst noch das Auge erfreuen.

 

7 – Verbinden Sie verschiedene Bereiche

Möbel und Foto von Menu.

Essen, Wohnen und Arbeiten fliessen oft geschickt und harmonisch zusammen. Setzen Sie diese mittlerweile etablierte Wohnform, bei der die Räume und deren verschiedene Funktionen zusammenfliessen, auch in der kleinen Wohnung um. Es braucht dafür nämlich keinen riesigen Loft. Wichtig dabei bleibt aber, dass alles wohnlich wirkt.

 

8 – Entdecken Sie die Schönheit des Minimalismus

Wohnaccessoires, Möbel und Foto von HK Living.

Minimalismus bedeutet nicht einfach, fast nichts oder wenig zu haben. Minimalistische Einrichtungen sind sogar schwieriger umzusetzen wie üppigere Wohnstile, denn, wenn weniger da ist, haben die ausgewählten Möbel eine stärkere Bedeutung. Lassen Sie sich zum Beispiel von japanischen Einrichtungen inspirieren und schauen Sie sich auch skandinavisches Interiordesign an. Bei jedem einzelnen Stück, egal ob es sich um ein Bett, Bettwäsche, Sitzmöbel oder Schälchen handelt, gilt: Das Material, die Form, das Handwerk, die Textur müssen stimmen und von guter Qualität sein. Minimalismus ist auch nachhaltig. Der Sinn ist, dass die Dinge einen lange begleiten.

 

9 – Kreieren Sie Schlafinseln

Wohnaccessoires und Foto von House Doctor.

Der Innenausbau performativer Wohnungen bietet auch erhöhte Podien, in denen sich Schränke und anderer Stauraum befindet. So kann eine bestimmte Wohnsituation auch als Insel gestaltet werden. Besonders gut eignet sich das für ein Bett. Sie können ganz einfach das Podium als Bett nutzen und bloss eine Matratze darauf platzieren. Wenn Sie aber ein Bett wählen, dann passen tiefe, leichte Betten.

 

10 – Achten Sie sich auf die Nebendarsteller

Gerade, weil eine performative Wohnung etwas Besonderes ist, lohnt es sich, beim Einrichten nicht nur klassisch und traditionell zu wählen. Ein wenig Umdenken und Umfunktionieren geht mit Beistellmöbeln sehr gut. So steht dann ein Regal, eine Konsole oder ein Beistelltisch neben dem Bett statt dem passenden Nachttisch aus dem Schlafzimmerprogramm. Eine Kommode kann als Sideboard dienen oder umgekehrt. Auch Hocker können als kleine Tischchen und Bänke als Ablage umfunktioniert werden.

 

 

Marianne Kohler Nizamuddin ist Stylistin und Journalistin. Sie begann ihre Karriere als Textildesignerin und arbeitete in Paris und New York, bevor sie einige Jahre das Moderessort der Zeitschrift «Annabelle» leitete. Heute arbeitet sie in den Bereichen Styling, Creative Direction und Consulting. Zudem ist sie die Autorin von Sweet Home, dem meist gelesenen Interior-Blog der Schweiz, der fünfmal in der Woche auf Tagesanzeiger/Newsnet erscheint.

Link zum Blog Marianne Kohler: www.mariannekohler.ch